Autorenseite von Michael Kofler
Top 10 - Flop 10
Zwei Wochen Mac OS X versus mehr als 15 Jahre Linux - zugebebenermaßen unfaire Ausgangsvoraussetzungen. Dieser Beitrag beschreibt dennoch, was mir auf meinem iMac besser gefällt als unter meinen Linux-Rechnern - und was nicht.
Top 10
- Hardware: Mein iMac ist leise, schnell und schön. So soll es sein!
- Monitor: Der eigentliche Kaufgrund für den iMac - zurecht (solange er gerade nicht flackert)!
- Benutzeroberfläche: Wie die Hardware: schön, elegant und einfach zu bedienen.
- Ruhezustand: Innerhalb von zwei Sekunden ausschalten, eben so schnell wieder einschalten. Auf keinem meiner Linux-Rechner funktioniert das vergleichbar gut (nicht einmal annähernd).
- Software-Installation: Die Installation neuer Programme (z.B. der gerade aktuellsten OpenOffice-Version) ist wesentlich einfacher als unter Linux.
- Time Machine: Ein Backup-Programm, das man tatsächlich gerne einsetzt.
- iPhoto: Dieses Programm zeigt, was F-Spot, digikam und Co. noch lernen müssen. Vorsicht, Suchtpotential!
- Unix/BSD-Unterbau: Ein entscheidende Pluspunkt im Vergleich zu Windows. Keine noch so schöne Benutzeroberfläche kann mir die Konsole zur Gänze ersetzen.
- Mac Ports: Diese Software-Sammlung gibt bequemen Zugang zu unzähligen Open-Source-Programmen und Tools. Dass man die Anwendungen vorher selbst kompilieren muss, stört nur bei Programmen mit vielen Abhängigkeiten (Gimp).
- VirtualBox: Dieses kostenlose Virtualisierungssystem funktioniert auch unter Mac OS X tadellos. So braucht niemand auf unentbehrliche Windows- oder Linux-Programme verzichten.
Flop 10
- Monitor-Geflacker: Der Monitor flackert manchmal. Ich weiß, AppleCare wird mir mein Gerät bei Bedarf ohne zu zögern austauschen. Aber ganz habe die Hoffnung auf ein funktionierendes Software/Firmware-Update noch nicht aufgegeben. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Apple mit diesem offensichtlich relativ weit verbreiteten Phänomen transparenter umginge.
- Tastaturlayout: Zum Wahnsinnigwerden! Besonders wenn man unter Mac OS X auch im Terminalfenster Unix-Programme bedient bzw. in Virtualisierungssystemen Linux oder Windows ausführt.
- Tastatur (BlueTooth-Modell): An sich besser als befürchtet. Aber warum fehlen die Tasten Bild auf und Bild ab? Soviel Platz wäre sogar auf der schlanken BlueTooth-Tastatur gewesen. (Und warum gibt es noch immer eine CapsLock-Taste? Wenn Apple so viel wichtigere Tasten eliminiert, könnte es doch auch die überflüssigste aller Tasten entsorgen.)
- Maus: Die elegante Magic Mouse verstaubt mittlerweile in einem Regal. Erstens ist sie für meine Begriffe zu flach, außerdem kann man mit einem Mausrad viel präziser und schneller durch 1000-seitige PDF-Dokumente blättern (was ich leider des öfteren tun muss). Die 10-Euro-Logitech-OEM-Maus ist optisch zwar kein Hingucker, erfüllt ihre Aufgabe aber besser als das teure Apple-Gerät.
- All-in-one-Konzept: Ich hasse es, wenn ich meine Festplatte(n) nicht selbst auswechseln kann. Bei einem PC gibt das die Sicherheit, auch aus einem defekten Gerät sofort alle Daten in einen anderen Rechner übernehmen zu können (es sei denn, die Festplatte selbst ist kaputt).
- cmd+Tab: Seit mehr als 20 Jahren wechsle ich mit Alt+Tab zwischen Fenstern, nicht Programmen. In diesem Punkt will ich einfach nicht umlernen. Die 10 EUR für Witch wären eine gute Investition, wenn das Programm auch X11-Fenster berücksichtigen würde. Das ist aber leider nicht der Fall.
- Text kopieren/einfügen mit der Maus (mittlere Maustaste): Gerade bei der Arbeit im Terminal ist das eine feine Sache. Schade, dass Apple das anders sieht.
- Finder 1: Warum kann man dem Programm nicht beibringen, Verzeichnisse vor Dateien zu sortieren? Meine Güte!
- Finder 2: Und ist es zuviel verlangt, Dateien mit cmd+X / cmd+V zu verschieben? Zum Glück gibt es das Terminal und mv!
- Zentralmenü: An sich OK, aber nicht auf einem Riesenbildschirm. Oder gar zweien. Warum nicht eine Option, um das Menü auf Wunsch in das jeweilige Fenster zu integrieren? (Die andere Alternative ist eine Programmgestaltung, bei der das Menü weitgehend überflüssig wird. Aber das ist noch nicht Realität. Vorreiter in diesem Punkt ist im übrigen Microsoft, und nicht Apple ...)
Fazit: Letztlich begeistert mich die Hardware mehr als die Software. Wenn Linux auf meinem iMac genauso gut wie Mac OS X laufen würde, könnte ich für meine Arbeit auf Mac OS X beinahe ohne Entzugserscheinungen verzichten. Die einzige Ausnahme ist iPhoto.
Update (4.2.2010): Im Terminal (aber nicht in anderen Programmen) ist es möglich, Text zu markieren und dann sofort ohne weitere Umstände mit cmd+Mittlere Maustaste an der aktuellen Cursor-Position einzufügen. Das setzt natürlich eine Maus mit einer mittleren Maustaste oder einem Mausrad voraus. Wer eine Original-Apple-Maus oder ein Notebook mit Trackpad verwendet, hat Pech.