Autorenseite von Michael Kofler
openSUSE 11.3 + NVIDIA (Update 20.7.)
Dieser Artikel beschreibt die manuelle Installation des NVIDIA-Treibers für openSUSE 11.3. Einfacher ist es die Installation des Treibers aus der NVIDIA-Paketquelle, die ab 20.7.2010 endlich zur Verfügung steht (siehe den Hinweis am Ende des Beitrags).
Im Internet gibt es unzählige Anleitungen zur manuellen Installation der NVIDIA-Treiber. Die meisten sind aber überholt bzw. beziehen sich auf alte openSUSE-Versionen etc. Deswegen ein neuer Versuch, mehrfach getestet unter openSUSE 11.3. Diese Anleitung setzt voraus, dass Sie schon ein bißchen Ahnung von Linux haben. Also denn:
- Download des Treibers von nvidia.com. Achten Sie auf die richtige Architektur (32/64-Bit). Wenn die *.run-Datei im Webbrowser angezeigt wird, verwenden Sie zum Download das Kontextmenükommando Ziel speichern unter.
- Kernel-Quellen, Compiler etc. installieren: zypper install gcc make kernel-syms kernel-source
- KMS deaktivieren: Dazu starten Sie YaST, öffnen das Modul System|Editor für /etc/sysconfig, suchen nach der Variable System|Kernel|NO_KMS_IN_INTRD und setzen sie auf yes. YaST erzeugt jetzt eine neue Initrd-Datei.
- Neustart mit Kernelparameter 3 (damit das System im Runlevel 3 starten). Wenn Sie das vergessen, loggen Sie sich in einer Textkonsole als root ein und führen init 3 aus.
- Login als root in einer Textkonsole.
- Installation der NVIDIA-Treiber mit sh /home/<ihrloginname>/Downloads/NVIDA-xxx.run. Während der Installation erscheint die Rückfrage, ob nvidia-xconfig ausgeführt werden soll, um /etc/X11/xorg.conf einzurichten. Ja!
- Noch ein Neustart (klingt fast wie Windows, oder?). Wenn alles gut gegangen ist, verwendet X jetzt den NVIDIA-Treiber. Davon können Sie sich mit lsmod | grep nvidia überzeugen.
Jetzt bleibt möglicherweise noch die Dual-Screen-Konfiguration, die bei meinen Tests ebenfalls Probleme bereitete. So hat's funktioniert: In einem Terminal zuerst su -l ausführen, dann nvidia-settings ausführen, Konfiguration durchführen, Setup speichern (in xorg.conf), danach Grafiksystem (oder gleich den ganzen Rechner) neustarten.
PS: Die echten Open-Source-Fans mögen heulen, aber Ubuntu macht das besser. Wer den NVIDIA-Treiber braucht, kann ihn auch während der Entwicklungsphase problemlos installieren, und: It just works!
Update (20.7.2010): Die NVIDIA-Paketquelle für openSUSE 11.3 steht nun endlich zur Verfügung. Ansteller der manuellen Treiber-Installation verwenden Sie besser die One-Click-Links von opensuse-community.org.
Die vergleichbare ATI-Paketquelle fehlt übrigens noch, und es ist unklar, wann bzw. ob es sie je wieder geben wird. Wegen der mittlerweile guten Qualität und 3D-Unterstützung des radeon-Treibers sind aber zum Glück nur wenige openSUSE-Anwender auf den proprietären ATI-Treiber angewiesen.