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Linux 2012
Die 11. Auflage meines Linux-Standardwerks ist erschienen! Linux 2012 ist aktuell zu Ubuntu 11.10, Fedora 16 und openSUSE 12.1. Laden Sie die 100-seitige Leseprobe herunter!
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OS X Lion
Endlich erschienen! Das umfassende Handbuch zur einfachen und effizienten Nutzung von OS X Lion.
(22. Nov 2011)
openSUSE-eBook
Das neue eBook zu openSUSE 12.1 beschreibt auf 170 Seiten die Installation, Konfiguration und Nutzung dieser populären Distribution.
(16. Nov 2011)
Linux-2011-Updates

Zum Buch Linux 2011 gibt es bis Ende des Jahres ein kostenloses Update-Service: PDF-Dateien fassen die wichtigsten Neuerungen bzw. Änderungen der aktuellen Versionen von Debian, Fedora, openSUSE und Ubuntu zusammen. Jetzt verfügbar: die Updates zu Ubuntu 11.10, Fedora 16 und openSUSE 12.1.

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Michael Koflers Blog

23. Jun 2010 |Linux

Fotos verwalten mit Shotwell


Es sieht so aus, als würde Shotwell das neue Standardprogramm zur Verwaltung von Fotos unter Gnome. In Fedora 13 wird das Programm bereits standardmäßig installiert. Und Ubuntu wird in Version 10.10 ebenfalls auf Shotwell umstellen und F-Spot damit ade sagen. Grund genug also, einen Blick auf dieses relativ neue Programm zu werfen.

Shotwell ist ein relativ simples Programm. Das ist nicht als Kritik zu verstehen, ich mag Programme, die einfach zu bedienen sind. Shotwell geht in dieser Hinsicht vielleicht ein wenig zu weit, aber immer der Reihe nach ...

Shotwell kann auf zwei Arten verwendet werden: Einerseits zum sofortigen Ansehen von Bildern in einem Verzeichnis (also ohne vorherigen Import), andererseits zur Organisation großer Foto-Sammlungen (das erfordert einen Import aller Bilder). Beim Import haben Sie die Wahl, ob die Bilddateien an Ihrem bisherigen Ort bleiben sollen oder in ein von Shotwell verwalteten Verzeichnis kopiert werden sollen. Die Bilder werden dabei in die Unterverzeichnisse ~/Bilder/jahr/monat/tag verteilt.

Die Bilder werden beim Import automatisch »Ereignissen« zugeordnet, wobei jeder Tag, an dem Fotos entstanden sind, als Ereignis gilt. Ereignisse können problemlos umbenannt und per Drag&Drop zusammengefügt werden. Um die Fotos eines Tages mehreren Ereignissen zuzuordnen, markieren Sie mehrere Fotos und führen dann Strg+N aus.

Shotwell bietet einige simple Bearbeitungsfunktionen an: Die Bilder können in 90-Grad-Schritten gedreht und beschnitten werden. Außerdem kann der Rote-Augen-Effekt behoben und der Kontrast der Bilder verbessert werden. Sämtliche Bearbeitungsschritte werden nicht direkt an der Bilddatei durchgeführt, sondern in der Datenbank des Programms gespeichert und bei der Anzeige des Bilds angewendet. Das sichert einerseits die Integrität der Originaldateien, erschwert aber andererseits einen Wechsel auf ein anderes Programm. (Dieses Problem wird auch in diesem lwn.net-Artikel angesprochen und diskutiert.)

Ausgewählte Bilder können außerdem mit Tags (Markierungen) versehen, in einer Diaschau angezeigt, in ein Verzeichnis exportiert oder auf Facebook, Flickr oder Picasa veröffentlicht werden.

Plus ...

  • Die Bedienung ist ausgesprochen intuitiv.
  • Das Programm wird zur Zeit intensiv weiterentwickelt.

... und minus

  • Es gibt keine einfache Möglichkeit, ein Foto mit einem anderen Programm zu öffnen/bearbeiten (z.B. mit Gimp).
  • Die Skalierfunktion beim Bildexport funktioniert nicht (zumindest nicht mit der von mir getesteten Version 0.5.2, die mit Fedora 13 mitgeliefert wird).
  • Shotwell ignoriert Video-Dateien. An sich kann ich das verstehen, aber wer wie ich mit seiner Kamera gelegentlich kleine Videos macht, würde sich eine einheitliche Oberfläche zur Verwaltung der Fotos und kleiner Video-Clips wünschen.
  • Es ist unmöglich, mit dem Mausrad durch die Fotos zu blättern.
  • Die Korrektur des Rote-Augen-Effekts funktioniert noch schlechter als bei den meisten anderen Programmen. Ist es wirklich so schwierig, das richtig zu machen?

Fazit

Shotwell hat durchaus das Potential, ein brauchbares Fotoverwaltungsprogramm zu werden. Momentan bietet es für fortgeschrittene Anwender aber zu wenig Funktionen. Wer unter Linux große Mengen von Bildern professionell verwalten will, wird wohl weiterhin Digikam einsetzen, ganz egal, ob unter KDE oder Gnome. Wer ein wirklich gutes Gnome-Programm zur Fotoverwaltung sucht, muss weiter warten.

PS: F-Spot hat seine Chance wohl verspielt, sich als Standardprogramm zur Fotoverwaltung zu etablieren. Dieses Programm zeichnete sich anfänglich durch viele gute Ideen aus, die aber schlecht implementiert waren. An diesem Zustand hat sich jahrelang wenig geändert. Nachdem F-Spot nun aus Ubuntu rausfliegt und in Fedora (nicht zuletzt aufgrund der Mono-Abhängigkeit) nie populär war, wird openSUSE die letzte »große« Distribution sein, die F-Spot standardmäßig installiert. Und der eigentliche Verlierer ist der Endanwender, der nun entweder auf ein Programm mit ungewisser Zukunft setzen kann, oder Tausende von Bilder neu importieren, rotieren, in Gruppen/Ereignisse organisieren darf. Der Lock-in-Effekt diverser Programme zur Verwaltung von Fotos/Bildern wird demnächst Thema eines eigenen Blog-Beitrags sein.

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