Mein Mac-Tagebuch
TeamViewer: Fernwartung, die funktioniert
Schon seit Jahren bietet teamviewer.com die gleichnamige Fernwartungs-Software für Windows und Mac OS X an. Ganz neu ist die Linux-Version, die zwar offiziell noch Beta-Status hat, aber schon ausgezeichnet funktioniert. Damit gibt es nun für alle gängigen Betriebssysteme einen gemeinsamen Nenner, wenn es um Fernwartung geht.
Windows, Mac-OS-X- und Linux-Fans werden jetzt unison einwerfen: Das gibt es ja alles schon! Seit vielen Jahren! Wird gleich mitgeliefert!
Das stimmt alles, aber die in der Regel auf VNC basierenden Programme funktionieren leider nur, wenn sich beide Rechner im selben Netzwerk befinden. Und nachdem mittlerweile in beinahe jedem Haushalt ein ADSL-Router steht, der die öffentliche IP-Adresse des Providers via NAT in ein privates Netzwerk abbildet (üblicherweise mit den Adressen 192.168.*.* oder 10.*.*.*), ist diese Voraussetzung zwar innerbetrieblich oft erfüllt, im privaten Bereich aber so gut wie nie. Firewalls, VPNs etc. tragen das ihre dazu bei, simple Fernwartung auf VNC-Basis unmöglich zu machen.
Das kommerzielle Programm TeamViewer umgeht diese Hürden. Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass das Programm auf beiden Rechnern installiert ist. Sollte eine direkte Kommunikation zwischen den Rechnern unmöglich sein, nehmen die Datenpakete einen Umweg über einen TeamViewer-Server.
Installation
Die Installation des TeamViewers ist auf allen Betriebssystemen unkompliziert. Für Linux stehen RPM- und Debian-Pakete oder ein TAR-Archiv mit 32- und 64-Bit-Versionen des Programms zur Auswahl. Bei meinen Tests unter Ubuntu 10.04 klappte die Installation des Debian-Pakets auf Anhieb.
Anwendung
Die Nutzung von TeamViewer ist denkbar einfach. Beide Seiten starten auf ihren Rechnern jeweils den TeamViewer. Der Schöne daran: TeamViewer unterscheidet nicht zwischen Client- und Server-Versionen. Jedes TeamViewer-Programm kann gleichermaßen eine Verbindung initiieren oder einen fremden Desktop zur Fernsteuerung anzeigen – und das über Betriebssystemgrenzen hinweg.
Der Hilfesuchende teilt nun dem Helfer seine neunstellige ID-Nummer und sein vierstelliges Kennwort mit (z.B. per E-Mail oder per Telefon). Der Helfer gibt die ID ein und klickt auf Mit Partner verbinden. Anschließend muss noch das Passwort angegeben werden – fertig! (Die ID-Nummer eines Rechners bleibt übrigens immer gleich, was wiederholte Wartungsaufgaben erleichtert. Nur das Passwort ändert sich natürlich von Sitzung zu Sitzung.)

Naturgemäß funktioniert TeamViewer am besten, wenn die Netzwerkverbindung schnell ist. Wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist, sollten bewegte Grafiken (Flash-Animationen), 3D-Effekte (Compiz) etc. möglichst deaktiviert werden. Auch ein einfärbiger Bildschirmhintergrund spart wertvolle Netzwerkressourcen.
Preis
Irgendwo muss ja ein Haken sein – was kostet der Spaß? Die private Anwendung von TeamViewer ist erfreulicherweise kostenlos. Zur kommerziellen Nutzung – also z.B. in der Support-Abteilung einer Firma – ist allerdings eine Lizenz erforderlich (ab 500 EUR). Auf der Client-Seite (Kundenseite) bleibt die Nutzung von TeamViewer auch in diesem Fall kostenfrei.