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(10. Jan 2012)
Linux 2012
Die 11. Auflage meines Linux-Standardwerks ist erschienen! Linux 2012 ist aktuell zu Ubuntu 11.10, Fedora 16 und openSUSE 12.1. Laden Sie die 100-seitige Leseprobe herunter!
(30. Nov 2011)
OS X Lion
Endlich erschienen! Das umfassende Handbuch zur einfachen und effizienten Nutzung von OS X Lion.
(22. Nov 2011)
openSUSE-eBook
Das neue eBook zu openSUSE 12.1 beschreibt auf 170 Seiten die Installation, Konfiguration und Nutzung dieser populären Distribution.
(16. Nov 2011)
Linux-2011-Updates

Zum Buch Linux 2011 gibt es bis Ende des Jahres ein kostenloses Update-Service: PDF-Dateien fassen die wichtigsten Neuerungen bzw. Änderungen der aktuellen Versionen von Debian, Fedora, openSUSE und Ubuntu zusammen. Jetzt verfügbar: die Updates zu Ubuntu 11.10, Fedora 16 und openSUSE 12.1.

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Michael Koflers Blog

26. Mar 2010 |Linux

Falsche Prioritäten


Ubuntu 10.04 bekommt neue Farben und eine neue Fensterdekoration. Niemand wird dem Ubuntu-Braun nachtrauern! Dumm nur, dass den Layout-Experten von Canonical optische Spielereien wichtiger sind als eine einfache Bedienung. Und auch sonst lässt das neue Design in vielen Details zu wünschen übrig.

Über das neue Ubuntu-Theming wurde ja schon viel geschrieben, z.B. auf heise.de oder auf golem.de. Persönlich gefällt mir das neue Design eigentlich gut, aber ...

Von Braun zu Violett – vom Regen in die Traufe

Dass er violette Hintergrund stark an den von Mac OS X erinnert, ist sicher ein Zufall, oder? Egal, es bedarf nur drei Mausklicks, um ein gefälligeres Hintergrundbild einzustellen. Selbst verwende ich ohnedies meist einen weißen Hintergrund, damit ich Screenshots ohne störenden Hintergrund machen kann.

Und wenn Sie sich nicht an den neuen, aubergine-färbigen Hintergrund des Terminals gewöhnen können, führen Sie Bearbeiten|Profile aus und stellen beim Listenfeld Beim Starten verwendetes Profil den Eintrag Legacy.

Transparenz ade

Beim bisher gebräuchliche Ubuntu-Theme Humanity war es möglich, die Panels halb-transparent darzustellen. Der Bildschirmhintergrund schimmerte durch, und ich finde, dass das sehr elegant aussah. Die neuen Themes Ambiance und Radiance unterstützen hingegen keine Transparenz. Schade!

Die Fenster-Buttons

  • Windows: rechts, Reihenfolge minimieren, maximieren, schließen
  • Linux (alle gängigen Distr. außer Ubuntu 10.04): wie Windows
  • Mac OS X: links, Reihenfolge schließen, minimieren, maximieren
  • Ubuntu 10.04: links, Reihenfolge maximieren, minimieren, schließen

Nun mag ich gar nicht darüber diskutieren (1, 2, welche Anordnung »besser« ist. Aber welchen Sinn macht es, das Betriebssystem über die Reihenfolge der Fenster-Buttons zu differenzieren? Hat man bei Canonical schon mal darüber nachgedacht, dass manche Computer-Anwender zwischen mehreren Betriebssystemen wechseln (müssen)? Oh Dummheit ohne Grenzen ...

Das Schöne an Linux ist, dass man zum Glück (fast) alles selbst konfigurieren kann, auch die Position der Fenster-Buttons. Wenn Sie das folgende Kommando ausführen, sind die Fenster-Buttons wieder so platziert wie früher:

gconftool-2 --set /apps/metacity/general/button_layout \
--type string "menu:minimize,maximize,close"

Update (2.4.2010): Mittlerweile hat Mark Shuttleworth entschieden, dass die Fenster-Buttons definitiv links bleiben, dass aber die Reihenfolge geändert wird: schließen, minimieren, maximieren (also wie unter Mac OS X).

Update (3.5.2010): Dieser Blog-Eintrag von Mark Shuttleworth beschreibt, wie der freie Platz am rechten Fensterrand in Zukunft den Programmstatus anzeigen soll. Das wäre immerhin eine vernünftige Anwendung, mit der sogar ich mich anfreunden könnte :-)

Fenster verschieben

Im neuen Theming gibt es keine optische Differenzierung zwischen der Titelleisteund dem Menü. Das sieht elegant aus, keine Frage. Nur: Wo müssen Sie das Fenster anklicken, damit Sie es verschieben können? Bei den meisten Programme ist sowohl die Titelleiste als auch der ungenutzte Bereich rechts neben dem Menü zulässig (z.B. Terminal, Nautilus). Gut so! Aber bei anderen Programmen funktioniert nur die Titelleiste (Firefox, OpenOffice) – und mangels optischer Differenzierung wird es da wohl so manchen Fehl-Klick geben. Das ist irritierend!

Fenster vergrößern/verkleinern

Unter Gnome kann die Fenstergröße (wie unter Windows) an allen vier Fensterrändern geändert werden – sofern es gelingt, den Fensterrand zu treffen. Am linken und rechten Rand müssen Sie den Mauscursor dazu auf ein Pixel exakt positionieren, was mit einem Trackpad so gut wie unmöglich ist, und selbst mit der Maus nur mit Mühe gelingt. Am oberen und unteren Rand ist die Toleranz bei den neuen Themen Ambiance und Radiance etwas höher (3 Pixel).

Zu diesem Problem gibt es seit 2007 einen Bug-Bericht in Ubuntus Launchpad. Mit über 120 Kommentaren zählt dieses Problem (ein echter Bug ist es ja nicht) seit Jahren zu den »populären« Fehlerberichten – nicht zuletzt wegen des Aspekts der Barrierefreiheit. Und was passiert? Nichts!

Die sicher mit viel Aufwand und Mühe entwickelten neuen Gnome-Themes sind in dieser Hinsicht ebenso schlecht wie das bisher gebräuchliche Ubuntu-Theme Humanity. (Natürlich wäre die perfekte Lösung nicht im Theming zu suchen, sondern im Window Manager. Aber für die Gnome-3.0-Entwickler ist Metacity ebenso tot wie Compiz. Hier noch auf eine Lösung zu hoffen ist also vergebens.)

Der Zeitpunkt

Ist es wirklich sinnvoll, ein paar Monate für Gnome 3.0 und damit einem Neuanfang bei der Gestaltung des Linux-Desktops Zeit und Mühe in ein neues Theming zu investieren. Wer jetzt umlernt, muss in sechs Monaten (Ubuntu 10.10) wieder neu lernen. Lohnt sich das?

PS: Eine Sammlung der Bug-Berichte zu den neuen Themes finden Sie in Launchpad.

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